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Der folgende Text behandelt das Thema Immobilienbewertung entsprechend der eigentlichen Aufgabe von Banken, nämlich der Bereitstellung und Absicherung von Finanzmitteln.
Ob Banken und Sparkassen durch diese Form des Umgangs mit Immobilien geeigneter Partner bei der Vermarktung sind, müssen Sie selbst entscheiden.

Bevor Sie über einen Kredit verhandeln, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wie die Bank Ihr Grundstück einstuft. Wohlbemerkt, ein "Grundstück" im rechtlichen Sinne ist nicht nur der Grund und Boden, sondern auch seine Bebauung. Bieten Sie der Bank erst dann eine Grundschuld oder Hypothek an, wenn Sie selbst in etwa wissen, ob und wie gut es sich als Sicherheit eignet.

1. Schritt: Machen Sie sich klar, was der Bank am liebsten ist
Falls Sie mehrere Grundstücke zur Auswahl haben, wählen Sie am besten das aus, das die Bank selbst als Sicherheit bevorzugen würde. Das verbessert Ihre Aussicht auf günstige Zinsen:

Platz 1: Eine optimale Bewertung bekommen selbst bewohnte oder vermietete Wohnhäuser und Eigentumswohnungen. Sie werden von den Banken bevorzugt als Kreditsicherheit akzeptiert.
Platz 2: Eine sehr gute Bewertung bekommen insbesondere Wohngrundstücke. Auch diese sind bei den Banken als Sicherheit gern gesehen.
Platz 3: Eine gute Bewertung erhalten Ladenlokale und gut gelegene Büroflächen. Auch damit haben Sie recht gute Chancen auf einen zinsgünstigen Kredit.
Platz 4: Eine weniger gute Bewertung bekommen dagegen land- oder forstwirtschaftliche Flächen, Teiche oder Sumpfgelände. Sie werden allenfalls mit grossen Abschlägen als Kreditsicherheit herangezogen.
Platz 5: Eine schlechte Bewertung erhalten Fertighäuser der unteren Preiskategorie. Sie werden ungern oder gar nicht beliehen.
Platz 6: Eine sehr schlechte Bewertung bekommen Blockhütten, Bergalmen oder einfache Ferienhäuser. Sie scheiden in aller Regel als Kreditsicherungsmittel aus.

2. Schritt: Prüfen Sie die Eintragungen im Grundbuch
Jede Bank wird kritisch nachschauen, ob die von Ihnen angebotene Grundschuld oder Hypothek überhaupt als angemessene Sicherheit taugt. Damit Sie hier keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie dies im Vorfeld durch einen Blick ins Grundbuch selbst überprüfen. Auf zwei Dinge müssen Sie achten:

Ist schon jemand als erstrangiger Gläubiger ins Grundbuch eingetragen? Wenn ja, wird die Bank dieses Grundstück als Kreditsicherheit womöglich ablehnen. Sie wird es nur als Sicherheit akzeptieren, wenn sie selbst an erster Stelle der Gläubiger steht oder wenn die Beleihungssumme des anderen Gläubigers nur einen kleineren Betrag umfasst. Das heisst: Ist schon ein anderer als erstrangiger Gläubiger eingetragen, eignet sich das Grundstück in der Regel nicht mehr als Kreditsicherheit.
Gibt es Beschränkungen, die auf dem Grundstück ruhen? Niessbrauch, Wegerechte, Altenteile oder Verfügungsbestimmungen mindern den Wert eines Grundstücks unter Umständen gewaltig. Falls es solche Beschränkungen gibt, rechnen Sie zumindest mit Bewertungsabschlägen. Ist die Verfügbarkeit eines Grundstücks extrem stark eingeschränkt, fällt es als Sicherheit möglicherweise ganz aus.